Queer Lisboa 16 Festival. Mein Festival- und Reisebericht

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      Queer Lisboa 16 Festival. Mein Festival- und Reisebericht

      Direkt an der Avenida da Liberdade liegt zwischen Palmen und Platanen das
      Cinema Sao Jorge. In dem ein wenig betagt anmutenden Festivalkino habe ich
      mich das zweite Mal von Portugals schwul-lesbischem Filmevent Queer Lisboa
      wunderbar verzaubern lassen.
      Dieses Jahr bot das Programm 40 Filme und 60 Kurzfilme mit Schwulen-,
      Lesbischen-, und Genderthemen. Produktionen aus 25 Ländern wurden in der
      jeweiligen Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt.
      Queer Lisboa spricht neben dem Lokalen-, ein kleines aber interessiertes und
      kosmopolites Festivalpublikum an.
      Den programmatischen Schwerpunkt setzte Queer-Lisboa in seiner sechzehnten
      Ausgabe mit vielen Dokumentarstreifen, dazu als besonders hervorgehobenes
      Feature schwule und lesbische Filme aus Brasilien. Ergänzend zu den
      Vorführungen wurde ein Rahmenprogramm mit Parties, Diskussionen und
      Workshops angeboten.
      Das Sitzfleisch habe ich mit vier Kurzfilmreihen und 18 Vorstellungen über 10
      Kinotage spürbar ausgelastet. Meinen Horizont erweitert haben diesmal
      Einblicke in andere Kulturen und historische Dokumentationen:
      Chris Belloni portraitiert in seinem Film „I Am Gay and Muslim“ schwule
      Männer in Marokko.
      Anak-Anak Srikandi beleuchtet in ihrem Film „Children of Srikandi“ die
      Lebensgeschichten acht lesbischer Frauen in Indonesien.
      Mitsuyo Miyazaki blickt mit „Tsuyako“ in die Japanische Nachkriegszeit
      zurück. Eine lesbische Beziehung und eine konventionelle Familie
      erfordern eine dramatische Entscheidung.
      Matthew Mishory rekonstruiert in „Joshua Tree, 1951: A Portrait of James
      Dean“ dessen Weg zur Schauspielerei.
      Rosa von Praunheim verfilmt in „König des Comics“ Ralf Königs Biografie.
      Jim Hubbard schafft mit „United in
      Anger: A History of ACT UP“ Einblicke in die Geschichte der Amerikanischen
      AIDS-Bewegung.
      Mit seinem Film „Vito“ würdigt Jeffrey Schwarz den Gay-Aktivisten Vito
      Russo und sein Lebenswerk. Gleichzeitig dokumentiert „Vito“ die Entstehung
      von Vito Russo's „The Celluloid Closet“ - einer Filmhistorischen Analyse schwuler
      Charaktere in Hollywoodfilmen.
      Stefan Westerwelles's Film „Detlef“ portraitiert Detlef Stoffel. Der 60 Jährige
      Detlef blickt auf ein erfolgreiches Leben zurück, und beschäftigt sich mit der
      Gestaltung seines nächsten Lebensabschnitts. Nach einem längeren USA-
      Aufenthalt hatte der Student Detlef Stoffel in den 70er Jahren
      sein Wirken als Aktivist der Deutschen Schwulenbewegung begonnen.
      Stefan Westerwelle blickt mit seinem Film auf die Höhepunkte der
      Schwulenbewegung zurück, die Anfang der 80er Jahre in Bonn am
      inhaltlichen Diskurs auseinandergefallen ist.

      In Lissabon spielt sich das Nachtleben
      in dem historischen und hügeligen Altstadtviertel Bairro Alto ab. In
      traditionellen Gemäuern finden sich im Erdgeschoß und Souterrain
      eine bunte Vielfalt kleiner Kneipen und Restaurants. Einige
      Restaurants haben vor der Tür Tischchen in den engen Gassen
      aufgestellt. Ab Mitternacht bevölkern Kneipengänger mit ihren
      Drinks die Wege. Das Bairro Alto und seine häufig jungen Gäste
      verschwimmen zu einer großen Straßenparty mit einzigartiger
      Stimmung.
      Ein Wermutstropfen ist die schwule Szene, sie ist für die vielen
      Einwohner und Touristen in der Metropole ausgesprochen klein.
      Ich habe den Eindruck gewonnen, dass schwul sein in Lissabon
      weniger eine Frage der Identität und der Abgrenzung nach außen
      ist. Die Menschen sind freundlich und offen, ein lautes, buntes
      polterndes „Going Publik“ als Folge des Coming Out habe ich nicht
      wahrnehmen können.
      Angenehm ausgeglichen sind Wetter und Klima. Meinen Aufenthalt
      Ende September habe ich als Spätsommer erlebt. Gefrühstückt habe
      ich immer auf der Terrasse. Mein Abendessen -häufig späht gegen
      nach 22 Uhr- habe ich öfters an einem der Aussentischchen im Bairro
      Alto genossen.
      Anbei ein paar Impressionen aus
      Lissabon:
      Das Festivalkino Cinema Sao Jorge,


      eine Gasse im Bairro Alto,


      eine Straße im Bairro Alto,


      eine Traditionelle Straßenbahn,


      Straßencafe nahe dem Largo do Chiado.
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      Nach Portugal würde ich auch noch so gerne. Ich habe ja einen Freund aus Lissabon. Allerdings lässt er mit seiner Einladung, mal mitzukommen auf sich warten. Okay, bisher haben wir es auch zeitlich nie vereinbaren können.
      Lissabon soll ja eine sehr schöne Stadt sein, das macht natürlich neugierig. :)
      Auf den Bildern ist das auch gut zu erkennen. Danke für die Schnappschüsse und Deinen Bericht danke-thx!
      Leute, die sagen, man soll sich nicht über Kleinigkeiten aufregen, haben
      mit Sicherheit noch nie eine Mücke im Schlafzimmer gehabt.