Valalta - Kroatien

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      Valalta - Kroatien

      Kroatien ist jetzt nicht das Urlaubsland der ersten Wahl, wenn man an Gay-Urlaub denkt. Ich versuche noch immer herauszufinden, woran man das Prädikat "gayfreundlich" festmacht, wenn man nach Schlagworten sucht. Ist es die Aufgeschlossenheit der Bürger, die Gesetzeslage, Die Dienstbarkeit der Jungen, der Wechselkurs? Kroatien hatte und hat noch immer den Beigeschmack von all zu biederem Familienurlaub: überhitzte Autos auf dem schmalen Straßenstück von Portoroc zur kroatischen Grenze,endlose Wohnmobilkolonnen, italienische Familien mit derart schönen Söhnen, das man ihnen nur mit Ehrfurcht begegnen kann, Hotelanlagen und Campingplätzen, die fast die gesamte istrische Küstenlandschaft beherrschen.

      Trotz alledem fahren wir seit 2007 alle paar Jahre mal für 3-7 Tage nach Istrien. In den meisten Fällen quartieren wir uns in der kleinen Stadt Porec ein und unternehmen von dort aus dann Ausflüge. Istrien ist in vielerlei Hinsicht toskanisch. Vor allem landschaftlich, aber auch vom Lebensgefühl. Vor allem aber kulinarisch: Wein, Käse, Schinken, Trüffel ...

      Kroatien würde ich aufgrund der eher konservativen Regierung nicht als schwulenfreundlich einordnen, kann mich aber nicht daran erinnern, jemals eine unangenehme Situation erlebt zu haben. Man scheint hier bemüht, dem Touristen zu gefallen. Trotzdem: es ist kein Gran Canaria, kein Ibiza, kein Kuba. Kroatien tickt nicht nur anders, sondern vor allem langsamer - was ja auch seinen Reiz hat

      Istrien ist sehr gepflegt, ordentlich und sauber, und es giibt, auch wenn man noch so verzweifelt im Internet sucht, keine Schwulenszene. Vielleicht gibt es die in den großen Touristenstädten, den Großstädten Kroatiens - aber in Istrien, wo man sich auf Familienurlauber eingerichtet hat, gibt es bestenfalls durch getuschel bekanntgemachtes Cruising.

      Neben den Möglichkeiten, in Valalta zu cruisen (dazu gleich mehr), gefällt uns zum Beispiel das Bergdorf Groznjan. Malerisch, hip, künstlerisch und etwas abgedreht. Unsere übliche Route allerdings führt uns von Porec über die sogenannte Spanferkelstraße am Limskikanal vorbei nach Valalta, das auf der südlichen Schulter des Limski-Kanals liegt. Valalta ist ein FKK-Campingplatz von der größe einer kleinen Stadt, und wer immer dort Sex sucht, wird fündig. Auch wenn man als schwuler Tagesgast in den Hügeln südlich des eigenen Yachthafens nach Zerstreuung sucht. Das ist mitunter ein heißes und schweißtreibendes Unterfangen (wir waren im August dort und jeden Tag hatte es über 40 Grad; mir verging der Appetit auf Sex, also las ich Romane, und mein Mann ging auf Jagd und kam immer wieder zwischendurch mit dem Ausdruck satter Zufriedenheit aus dem durch die Trockenheit silbergrünen Gebüsch).

      Der Großteil der Männer, die nach der gleichen Art der Unterhaltung suchten, sind junge Familienväter. Während Ehefrau und Kinder nach dem Mittagessen im Schatten vor den Wohnwägen unter den Bäumen dahindämmern, gehen sie auf Verdauungsspaziergang - sozusagen. Natürlich gab und gibt es auch ältere Männer, die ebenso zielstrebig unterwegs sind, in diesem doch begrenzten Areal trifft man bald auf alle Marotten und Eigenheiten, die es so gibt, wenn Menschen sich gezwungen sehen, ihre Leidenschaften geheim auszuleben.

      Mein Mann also hatte seinen Spaß. Ich auch, aber für mehr, als zu lesen und alle fünfzehn Minuten ins Wasser zu gehen, reichte meine Energie nicht.

      In diesem Sommer waren wir nicht in unserer Stammvilla sondern checkten im Hotel Pical ein, das einzige Hotel übrigens in Porec, das keine Klimaanlage hat - dafür aber in einem traumhaft schönen Nadelwaldpark steht. Von dort aus kommt man über eine Promenade zu Fuß in zehn Minuten zum Stadtzentrum von Porec, wo man zwar, wenn überhaupt, dann nur durch Zufall etwas erotisches erlebt, dafür aber einiges an Augenfutter geboten wird. Porec selbst ist unerotisch und überlaufen, dafür aber sehr gepflegt, pulsierend und lebendig. Und es gibt da wirklich jede Menge bildschöner italienischer Männer, die es gewohnt sind, bewundernd angesehen zu werden.

      Am Hafen von Porec kann man in sehr gepflegten Bars herrlich einen zwitschern und mit den Barjungs flirten - mehr wird daraus nicht. Bei manchen Barboys ist es all zu offenslichtlich, dass ihre Schwulenfreundlichkeit nur aufgesetzt ist, um Geld abzustauben.

      Sollte es also einen von Euch mal nach Istrien verschlagen, schraubt die Erwartungen an ein offenes Gayleben herunter und nehmt, wie es kommt. Besucht den Limski-Kanal, Rovinj ist wunderschön, besucht Valalta als Tagesgast und genießt die pulsierenden Adern erotischer Spannung in den eher biederen Strömungen anständiger Familien. Es gibt in Valalta auch ein eigens gebrautes Bier das nur am Campingplatz ausgeschenkt wird. Also zwischen Baden, sonnen und jagen kann man auch gepflegt eine Bierpause einlegen und recht gute Pizzen essen.

      PS: Am Campingplatz hinter dem Yachthafen gibt es eine Felsküste mit Liegeflächen, Rohrleitern und Duschen. Auf der untersten Ebene sammeln sich immer die halbwüchsigen Töchter und Söhne der Camper, und mir ist aufgefallen, dass es unter den Jungs immer einige gibt, die interessierte Blicke geradezu herausfordern. So kommt es durchaus zu provokanten Momenten, die wohl aus Hitze und Langeweile gestrickt sind. Ich würde jedenfalls davon abraten, auf diese Art der Sirenengesänge einzusteigen, denn das könnte fatal enden: Schreiere, Streiterei, Rausschmiss, etc ... soll schon alles vorgekommen sein, berichteten uns andere Gäste, nicht ohne schadenfrohem Grinsen.
      Die Jungs sind zum Teil irrlichternd schön, aber da sollte man sich erwachsen verhalten und diese Verlockungen an sich apperlen zu lassen.
      Schreiben ist ganz einfach: man starrt solange auf das leere Blatt Papier, bis die Augen bluten

      Gay strand?

      Hallo
      Peter danke für den Bericht,
      du schreibst hier leider in bezug auf Crusing nur von Valata -..in den Hügeln südlich des eigenen Yachthafens , das wundert mich jetzt einwenig, mir wurde erzählt das Valata natürlich nur ein Fkk ort ist, richtige interessante Gay Geschehen oder wie man es nennen mag findet doch eigentlich 3-4km weiter bei Rovinj/Monsena statt oder?
      hier eine Beschreibung:
      In Rovinj befindet sich am Punta Kriza der bekannteste Gay- und
      FKK-Strand von Istrien
      . Den Strand (Felsenplatos) findet man, wenn man
      Richtung Campingplatz Amarin (früher Monsena) fährt und der staubigen
      Straße rechts neben dem Eingang zum Resort folgt. Anschließend einfach
      am Strand Richtung Norden gehen (rechte Seite) und man(n) erreicht den
      Gay-Beach. Gecruised wird in dem Wäldchen dahinter. Ebenfalls befindet
      sich am selben Strandabschnitt auch ein Swinger-Strand, der immer einen
      Besuch wert ist. Seit 2012 gibt es in Rovinj auch den ersten Gay-Club,
      das Labyrinth gay bar & club.

      Und diesen strand meine ich ,falls dort wirklich was los ist wäre das auf jeden Fall
      mal einen Urlaub wert-:)
      Warst du schon dort Peter ? wenn du du doch jedes Jahr nach Istrien fährst, müste dir der bekannteste gay strand doch bekannt sein oder?
      freue mich auf deine Antwort
      mfg
      Ps meinst du ende September ist für Istrien von den Temp. noch okay?
      mag keine kalten Urlaube-:)
      Hi,

      wir fahren nur alle paar Jahre nach Istrien, wie ich schon oben schrieb und waren da nie wirklich auf der Suche nach schwulen Stränden, Bars, Clubs und Lokalen. Valalta war ein Zufallsfund, und wir fahren da auch gerne hin, weil uns die Strecke gefällt. Nächstes Jahr fahren wir an die Makarska-Riviera. Dort soll mehr los sein ... Und wesentlich billiger ...

      lg
      Peter
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