Patong im Winter 2019

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      Patong im Winter 2019

      Die letzten Tage meines Urlaubs verbrachte ich auf Phuket. Praktischerweise wird dieser Flughafen von ähnlich vielen Zielen angeflogen wie Bangkok, selbst von U-Tapao aus, dem Stadt-Airport Pattayas und Ostthailands. Vor 3 Jahren war ich zuletzt dort, damals konnte ich nur einen erschütternden Bericht abgeben über den Zustand einer einst vibrierenden wie erfrischend familiären Gay-Szene, die mehr Ähnlichkeiten mit Pattayas aktuell zu Grabe getragenen Sunee-Plaza aufwies, als mit seiner einst glorreichen Vergangenheit (Phuket war der einzige Ort Thailands mit einem eigenen CSD...). Berichte auf Travelgay ließen das schlimmste befürchten für Thailands südlichstes Schwulenparadies, unter anderem mussten zwischenzeitlich auch die letzten ehemaligen Platzhirsche My Way und Boat Bar schließen. Letzteres trieb mir zuhause die Tränen in die Augen, war die Boat Bar, dessen Thai-Besitzer sich nie zu schade war, persönlich für gute Stimmung zu sorgen und auch die ein oder andere Runde springen zu lassen und sich an jeden seiner Gäste namentlich zu erinnern, eines meiner weltweit liebsten schwulen Ziele, die mich sogar das ständige Regenwetter Phukets ertragen ließen.
      Ich buchte mir, in der Erwartung nun nach Koh Samui auch die nächste thailändische Insel schwulenfrei vorzufinden, ein Luxuszimmer im Centara Grand, fern von Patong am Strand von Karon, und plante, den letzten Teil meiner Reise im hauseigenen Wellness-Spa zu verbringen. Ich bin nicht sonderlich wohlhabend und garantiert nicht reich, bevor jemand auf den Gedanken kommt, aber man glaubt es nicht wie viel mehr Geld für die Unterkunft übrig bleibt, wenn man keine Boy-Drinks ausgeben und keine Ablöse-Summen an Bars fürs bewegliche Personal zahlen muss....

      Am Ende war die Neugier größer und Karon hat eben nicht jene Möglichkeiten wie Patong, was Erlebnis und Geld loswerden angeht. Und ich wollte mir zumindest die Reste jener Orte ansehen, in denen ich 2009, 2011 und 2016 so tolle Stunden erlebte. Was ich nicht für möglich gehalten hätte war, was auch Patong in diesen 3 Jahren geworden ist. Sagen wir es mal so, man erkennt es nicht wieder, wer jetzt ein paar Jahre nicht dort war. Patongs Zentrum ist ein einziges riesiges Shopping-Paradies, eine Mall neben der anderen, ein Nightmarket neben dem anderen, noch ein weiteres Central-Kaufhaus gegenüber dem Jungceylon, Bangla-Road ultramodern aufgepeppt, Lightshows und Party an jeder Ecke. Glitzer und Glamour an jeder Ecke haben jeglichen Schmuddel-Charme völlig ersetzt. Und als ich in der Soi Royal Paradise ankam, jener alten Schwulenszene Phukets, traf mich der Schlag.

      Die Gayszene Phukets ist wieder auferstanden. Beherrscht vom ZAG Club in der Mitte, der sich eine ultramoderne goldene Fassade verpasst hat, reihen sich rechts und links und gegenüber zahlreiche kleinere Bars, Gay-Massageangebote und Gogo-Läden an, die teils ziemlich gut gefüllt sind. Boat Bar und My Way wurden beidseitig des ZAG Club neu eröffnet, haben allerdings außer den Namen nichts mehr gemeinsam mit den alten Locations. Alles hat (selbst die Preise......) sehr viel Ähnlichkeiten mit dem alten Boyztown in Pattaya erreicht. So schön das auch anzusehen ist und so erleichtert man sein kann, dass Phuket wieder ein geiles schwules Reiseziel ist, so wehmütig habe ich es mir dennoch angeschaut, denn die alte fast schon unkommerzielle Aufmachung und familiäre Atmosphäre ist weg und einem knallharten glitzernden Kommerz gewichen. Was man allein schon daran sieht, dass die Hälfte der Besucher Heteros sind. Außerdem habe ich eine Ahnung, was hier geschehen ist. Scheinbar hat ein Investor die ganzen alten schlecht laufenden Läden aufgekauft und massiv aufgepeppt und mit einem Businesskonzept neu aufgemacht. Was man daran sieht, dass das Personal zwischen den Läden wechselt, Rechnungen egal wo bezahlt werden können und Kreditkartenzahlungen von egal welcher Bar alle an der Hauptkasse des ZAG Clubs vorgenommen werden. Zum Glück ist das Personal noch genauso nett wie ich es aus alten Zeiten kenne. Die scheinen zu merken, dass Phuket aufgrund seiner hohen Preise, seines unbeständigen Wetters und des Familienurlaubs-Images, kein leichtes Pflaster ist für eine schwule Infrastruktur, und kümmern sich wesentlich mehr um den Besucher, als ich es in Pattaya je erlebt habe.
      Gerry29. Ich konnte mich vor Freude, oder Schmerz weil ich deine beschriebene neue lebende Gay Szene im Paradiese Komplex nie mehr sehen werde, kaum halten.

      Und hab natürlich sofort Bilder gegoogelt. Ich gab "Paradise Complex Patong 2019" ein, und siehe da ...

      google.ch/search?q=Paradise+Co…546#imgrc=gwsw8hb5mT89PM:
      Populismus ist die Pubertäts Zeit der Demokratie. :S
      Hier noch einige Hinweise für alle Phuket-Freunde:

      Boy-Besuche:
      DAS Thema dieses Forums (leider...), und da ich weiß dass diese Frage garantiert irgendwann wieder hier auftauchen wird, schonmal die Antwort. Fast alle Hotels der Insel haben mittlerweile entweder eine draktonisch hohe Besuchergebühr fürs "Jungs-mit-aufs-Zimmer-nehmen" oder verbieten es gleich ganz. Die Szene hat diesbezüglich reagiert und bietet "Short-Time-Zimmer" direkt im Paradise Complex an. Eine gemeinsame Nacht gibt dadurch zwar nur bei einem gemeinsamen Check In im Hotel, wenn man sich im Vorfeld seines Urlaubs um entsprechende Begleitung gekümmert hat, ein paar gemeinsame Stunden sind aber trotzdem drin. Meist sind diese Unterkünfte Privatzimmer in Massagesalons oder irgendein Geschäft vermietet ein schmuddeliges Bett im Geschoss darüber. Die Jungs wissen Bescheid, die muss man fragen.

      Unterkünfte und Transport:
      Auf Phuket wird massiv gebaut. An den Berghängen zwischen Patong und Kamala, in Kamala, Surin und in den Bergen von Kathu am deutlichsten. Es gibt mittlerweile eine gigantische Auswahl an Hotels und es werden immer mehr. Überhaupt wird in Thailand gebaut als wenn es kein morgen gäbe, was ich ziemlich erstaunlich fand (vor allem Schnellstraßen und Autobahnen). Da es wie oben geschrieben nur noch eine handvoll Hotels für den Single-Gay mit wechselnder Bar-Bekanntschaft gibt, ist es eigentlich egal, was man bucht und ich empfehle da, ein Hotel zu nehmen was einem wirklich was bieten kann für den Preis. Wer allerdings regelmäßig in Patong ausgehen will, sollte dort oder in den benachbarten Buchten (Kamala, Karon oder Ban Suan Kamnan) absteigen. Denn noch immer sind die Fahrtkosten im Vergleich zu Pattaya, Bangkok und Samui um das bis zu 40fache teurer und Preise von 400-500 Baht von Patong zur Nachbarbucht sind mindestens üblich. Es gibt mittlerweile allerdings Konkurrenz zu der Tuktuk-Mafia. Mit der Smartphone-App Grab kann man sich Meter-Taxis direkt zum Abholort bestellen. Da spart man unter Umständen 100-150 Baht und es ist schneller und bequemer. Daher mein Tipp: Beim Transport die Taxis nehmen und bei den Hotels immer mal wieder einen Blick auf die aktuellen Angebote und Listen der Buchungsportale werfen, weil immer mal wieder ein neues eröffnet, was vielleicht noch besser ist als die alten.

      Klima und Wetter:
      Früher gabs mal eine einfache Regel: Willst du Sonne, flieg irgendwann von November bis April, willst du garantiert viel Sonne, flieg von Weihnachten bis Ende Januar. Tja........... Stimmt leider nicht mehr. Mittlerweile kann man mit Pech tagelang oder gar wochenlang ohne Sonne bleiben, weil die Monate November, Dezember und Januar so viel Regen abbekommen wie andere Landesteile nur in der reinen Regenzeit. Bei einer Unterhaltung in der Babylonsauna in Bangkok sagte mir ein Thai mal, was willst du noch auf Phuket, da regnet es nur noch, egal wann du fliegst. Das ist sicher übertrieben, in der Monsun-Pause Februar und März dürfte es schon recht sonniger werden. Aber ich als Strand-Liebhaber würde niemals für längere Zeit und NUR nach Phuket im November fliegen. Sondern wirklich nur noch im europäischen Winter zwischen Ende Januar und Mitte März.

      Preise:
      Phuket war immer schon teuer, und ist es noch immer. Selbst das in Thailand ansonsten so preiswerte Essen ist hier etwa doppelt so teuer wie in beispielsweise Pattaya. Selbst Garküchenessen in Patong oder Karon für 700-900 Baht kann passieren. Zum Vergleich, im Spring Onion im Jomtien Complex gibt man selten mehr als 300 Baht für ein Thai-Essen mit Vorspeise. Getränke in der Gayszene von Patong sind auf dem alten Niveau von Pattayas Boyztown (dort ist es mittlerweile billiger!). Bier 110-130 Baht, Longdrinks 150-180 Baht, Cocktails 250 Baht, damit muss man rechnen. Massagen können 500 Baht erreichen, ein Thaiboy verlangt für seine Liebesdienste mindestens 2000 Baht. Kleidung auf den Nachtmärkten zu kaufen ist noch immer unsagbar billig, gefälsche Marken-Unterhosen sind pro Stück für 80-100 Baht zu haben, echte Markenkleidung bei Central oder im Jungceylon hat gehobene deutsche Preise.
      Hallo Gerry29,
      vielen Dank für deine wie immer super Berichte, weiß nicht, ob ich mich jetzt noch mehr freuen, oder nicht freuen soll auf meinen nächsten Trip nach BKK und Pattaya über Weihnachten/Silvester. Aber vieles was du schreibst, habe ich auch schon so berichtet. Trotzdem Danke dafür^^
      Hallo Gerry, toller Bericht. Ich plane für kommendes Jahr auch mal 2 Wochen Patong. Da ich auch nicht reich bin, würde ich gerne mal erfahren, ob man über ein sogenanntes Dating-Portal jemanden klar machen kann. Evtl. für die Zeit des Urlaubs. Es muss auch nicht ein junges Bübchen sein. Ich bin schon über 50 und würde auch gerne jemanden meines Alters für die Zeit meines Aufenthaltes kennenlernen. Gibt es da was "seriöses" oder wo kann ich unkompliziert und ohne direkt ins Protemonnaie zu greifen jemanden für die Urlaubszeit klar machen. Logisch, dass ich ihm Getränke und Essen zahlen würde. LG und vorab Danke für jedwede Info. Schöne Weihnachten by the way! :-D