Wer mag ihn schon, den November in Deutschland. Wenn es die Zeit erlaubt, flüchten wir in wärmere Regionen. Mehrfach landeten wir so zu einem Sommerurlaub im Spätherbst auf Gran Canaria. Für schwule Reisende sind Playa del Ingles und Maspalomas ein unbedingtes Muss. Beide Orte liegen unmittelbar nebeneinander. Ersterer ist für seine Partystimmung und die immense Auswahl an Bars, Diskotheken und Shoppingmalls bekannt, letzterer eher für seine Ruhe, die ausgedehnten goldenen Sanddünen und die Nähe zum Gay-Beach. Für nächtliche Ausflüge in die schwule Szene brauchst Du dann allerdings ein Taxi. Die Preise hier halten sich allerdings in Grenzen, somit kannst Du gerade in Maspalomas die ruhige Entspannung in unmittelbarer Nachbarschaft zum schwulen Erleben genießen.
Wir buchen uns meist schon von Deutschland aus einen Mietwagen und können so sehr flexibel die Reise angehen. Es sind schon an die 40 Kilometer Fahrt vom Flughafen bis in die für schwule Gäste reservierte Anlage Villas Blancas in Maspalomas, einer sehr empfehlenswerten Unterkunft mit geräumigen Bungalows, Swimmingpool, Bar und Restaurant. Wöchentlich wird zur abendlichen Welcome-Party geladen, wo Du in lockerer Atmosphäre die neuen Gäste aus aller Welt kennen lernen kannst. Meist zieht man des Nachts noch weiter in die schwule Szene. Diese ist sehr konzentriert im Yumbo Centrum untergebracht, einer riesigen Shopping Mall, der man tagsüber nicht ansieht, dass am späten Abend massenweise schwule Touristen von Bar zu Bar schlendern, auf den Terrassen sitzen, sehen und gesehen werden. Später tanzen sie ihre Energie in einer der Discotheken ab.
Tags über gilt es für die meisten, sich am Strand zu erholen. Natürlich gibt es auch einen typisch schwulen Strand abschnitt, direkt zwischen den beiden Orten. Dort kannst Du entweder auf einer Liege unterm Sonnenschirm entspannen oder wenn Du es nicht mehr rechtzeitig schaffst, liegst Du kostengünstiger aber härter in der sogenannten "Armut", sprich auf dem bloßen Handtuch neben den Liegen. Egal wie und wo, das Auge wird auf jeden Fall belohnt. Ob nackt oder leicht bedeckt, hier siehst Du die schönsten Männer die derzeit auf der Insel sind. Wer nach Entspannung anderer Art sucht, findet in den Dünen ausreichend Gelegenheit.
Nachmittags herrscht regelmäßig Ausnahmezustand in der "Strandapotheke", einer schwulen Bar in Beach nähe oder im Café Wien, dem Ort mit dem wohl besten Kuchenangebot der Insel. Schlagartig wird es ab 16 Uhr von den Schwulen okkupiert.
Wenn Du mehr von der Insel sehen möchtest, kann ich Dir eine Gay-Jeep-Safari mit Doris ans Herz legen. Die deutsche Aussteigerin inseriert in den schwul geführten Pensionen und Bars für ihre Tagesausflüge in die Berge, zu den Stauseen und zu den Einheimischen, in ihre verschlafenen Dörfer mit den kreativ gebauten Fincas. Unterwegs gibt es Picknickstops und Bademöglichkeiten in den Gebirgsseen. Wer möchte kann sich auch selbst ans Lenkrad setzen.
Bis dann also - auf Gran Canaria !
Gruß
Dieter